400 Jahre Botanischer Garten der Universität Gießen

Der Garten der Evolution - seit 1609

Der Botanische Garten ist eine Einrichtung des Fachbereichs Biologie und Chemie der Justus-Liebig-Universität für die botanische Lehre und Forschung. Vom 20. März bis 20. Oktober ist er öffentlich zugänglich. Auf einer Fläche von etwa 3 ha werden ca. 7.500 Pflanzenarten aus der ganzen Welt kultiviert.

Vom Lustgärtchen zum "hortus medicus"

Die Anfänge des Botanischen Gartens gehen auf das Jahr 1609 zurück, als Landgraf Ludwig von Hessen-Darmstadt der zwei Jahre zuvor, der in Gießen gegründeten Universität ein Lustgärtchen am Schloßturm zur Einrichtung eines "hortus medicus" (Heilpflanzengarten) überließ. Der Botanische Garten der Justus-Liebig-Universität ist somit der älteste botanische Universitätsgarten Deutschlands, dessen alte Teile noch immer zur heutigen Anlage gehören.

1800 wurde unmittelbar neben dem Botanischen Garten der Medizinischen Fakultät ein Forstbotanischer Garten errichtet. Die ältesten noch vorhandenen Bäume stammen aus seiner Zeit, so ein Ginkgo, der 1816 für 1 Gulden 30 Kreuzer Frankfurter Wehrung aus dem Freiherrlich Riedesel'schen Garten in Stockhausen bei Herbstein bezogen wurde.

Durch den Besitz des forstbotanischen Gartens war die Universität Nachbar des Walls geworden und hatte hier das Recht des ersten Zugriffs auf Landgewinn durch das Schleifen der Befestigungsanlagen (1806-1810).

1824 wurden der Botanische Garten und der Forstgarten zusammengelegt, der Forstgarten wurde an den Schiffenberg verlegt. Ebenfalls 1824 erscheint der erste Samenkatalog (index seminum) des Botanischen Gartens, fünf Jahre später wird vom Samentausch mit 24 botanischen Gärten berichtet.

 
 

Neue Profilbildung zum "Garten der Evolution"

In den folgenden Jahren nahm der Botanische Garten einen kräftigen Aufschwung. Die systematische Ordnung der Freilandpflanzen wurde konsequent durchgeführt, den Medizinalpflanzen und vielen Pflanzengruppen besondere Bedeutung geschenkt. Von größter Bedeutung für Forschung, Lehre und Anschauung war die Errichtung mehrerer Kalthäuser und eines stattlichen Überwinterungshauses, welches 1904 eingeweiht wurde.

1908 erschien mit 122 Seiten der erste gedruckte Führer durch den Botanischen Garten Gießen.

Bei dem Luftangriff der Alliierten auf Gießen am 6. Dezember 1944 wurde der Botanische Garten von zahlreichen Bomben getroffen. Der Bestand der alten Bäume blieb dabei auffallend gut erhalten. Das Überwinterungshaus allerdings wurde schwer beschädigt. Unmittelbar nach dem 2.Weltkrieg wurde mit dem Wiederaufbau des Gartens begonnen, der mit dem Neubau der Gewächshausanlagen vollendet wurde.


Seit 1609 ist der Botanische Garten Gießen fester Bestandteil von Forschung und Lehre der Universität Gießen. Forschung und Lehre zur Biodiversität der Pflanzen und das Verhältnis der Mechanismen der Evolution des Lebendigen als Grundlage der Ressourcen menschlichen Lebens prägen die Entwicklung des Gartens vom "Hortus medicus" zum "Garten der Evolution".

 
 
 

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten des Botanischen Gartens

  Datum:

  Mo - Fr:   

  Sa, So- und Feiertags:

20. März - 30. April

8:00 - 15:30 Uhr    

8:00 - 16:00 Uhr

01. Mai   - 31. August    

8:00 - 19:00 Uhr

8:00 - 18:00 Uhr

01. Sept. - 30. Sept.

8:00 - 18:00 Uhr

8:00 - 18:00 Uhr

01. Okt.   - 20. Okt.

8:00 - 15:30 Uhr

8:00 - 16:00 Uhr

 

Öffnungszeiten der Gewächshäuser

Vom    15. Mai - 15. Sept.:

täglich 10:00 - 12:00 Uhr

und      13:30 - 15:30 Uhr 

 
 
 

Saisonstart im Botanischen Garten

Der Botanische Garten ist ab dem

20. März

für Besucher wieder geöffnet.

 

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