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Hier finden Sie die Möglichkeit sich über die Vorteile, die Zusammenhänge und die Hintergründe einer Landesgartenschau zu informieren.

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Landesgartenschau - ein Instrument für nachhaltige Entwicklung


Sie sind an den Hintergründen, den Zusammenhängen und weiteren Informationen zu Landesgartenschauen interessiert?
Fragen Sie uns!
Denn nur wer fragt, bekommt Antworten.

Um die daraus resultierenden Auswirkungen von Landesgartenschauen zu verstehen, aber auch um sich eine umfassende Meinung zu diesem Thema bilden zu können, haben wir hier wichtige Fragen für Sie zusammengestellt.

 
 

Was ist eine Landesgartenschau?

Seit 1951 werden in Deutschland regelmäßig Bundes- und Internationale Gartenschauen sowie Landesgartenschauen durchgeführt. In den ersten Jahren stand der Wiederaufbau in Deutschland im Vordergrund. Durch Bundesgartenschauen wurden durch die Anlage von Parks Baulücken zerstörter Städte geschlossen. Heute steht die Vernetzung im Vordergrund. Parks öffnen innerstädtische Kernbereiche. Im Verlauf von über 60 Jahren sind Gartenschauen vor allem zu einem wichtigen und bewährten Instrument der städtebaulichen und ökologischen Entwicklung geworden. Mit Gartenschauen werden großräumige Freiraumplanungen im urbanen Kontext entwickelt und realisiert. Die Schaffung und Sanierung innerstädtischer Grünzonen und Landschaftsparks durch Gartenschauen steigern das Lebensgefühl und Lebensqualität von Bewohnern nachhaltig und dauerhaft. Die Landesgartenschauen bieten darüber hinaus den unterschiedlichen Sparten des gärtnerischen Berufsstandes die Gelegenheit zur Präsentation und den wachsenden Wert von Grün in den Städten zu unterstreichen, und nicht zuletzt tragen Gartenschauen dazu bei Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen.

Hauptinhalte von Gartenschauen sind somit die drei Elemente: Raum, Natur und Kultur

 

Warum bewerben sich Städte für eine Landesgartenschau?

Das Wissen um Klimawandel, Feinstaubbelastung, zunehmende Flächenversiegelung und den demografischen Wandel führt zu einer immer größeren Wertschätzung von öffentlichem Grün, dem auch  Kommunen Rechnung tragen müssen. Gartenshauen schaffen Parks, neue Freiräume und Erholungswerte für die Bürger. Sie lassen Verbindendes und Bleibendes entstehen, renovieren und stiften eine neue Identität mit der Stadt.

Eine Landesgartenschau treibt nicht nur die städtebauliche Entwiclung voran, sondern sie mobilisiert auch das Stadtmarketing und private Investoren.

Landesgartenschauen sind Auslöser für...

     -
Stadt- und Regionalentwicklung
     - Quartiersentwicklung und Wohnumfeldverbesserung
     - Sport-, Spiel- und Freizeitinfrastruktur
     - Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen

Landesgartenschauen fördern...

     - Entwicklung von Brachflächen und industriellen Folgelandschaften
     - Konversionsmaßnahmen
     - Aktive Grünpolitik
     - Renaturierung und Naturschutz
     - Gartendenkmalpflege
     - Tourismusentwicklung
     - Effekte für Regionalwirtschaft und Arbeitsmarkt
     - Regionale Kooperationen
     - Kulturelle Identität

 

Wie funktioniert ein Bewerbungsverfahren?

Das Vergabeverfahren für eine Landesgartenschau sieht vor, dass sich interessierte Städte bei der Fördergesellschaft Landesgartenschauen Hessen und Thüringen mbH mit einem ersten Konzept bzw. einer Machbarkeitsstudie bewerben. Im nächsten Schritt bereist eine Abordnung die Bewerberstädte. Auf der Basis der Präsentation, der Ortsbesichtigung und der Machbarkeitsstudie entscheidet die Hessische Landesregierung welche Bewerberstadt den Zuschlag zur Ausrichtung der Landesgartenschau erhält, die etwa sieben Jahre später stattfindet.

Hier können Sie die Machbarkeitsstudie zur LGS Gießen einsehen:

 

Warum dauert die Planung einer Landesgartenschau so lang?

Jede Landesgartenschau erfordert einen Vorlauf von mehreren Jahren, daher laufen die Planungen in der Regel sechs bis acht Jahre im Voraus. Von der Idee, über die Machbarkeitsstudie bis zum ersten Spatenstich müssen Ministerien, Parteien, Natur- und Denkmalschutz sowie Bürgerinnen und Bürger eingebunden werden. Das zukünftige Landesgartenschaugelände ist planungsrechtlich zu sichern und Liegenschaftsfragen sind zu klären.
Im nächsten Schritt wird ein landschaftsplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb ausgeschrieben, gefolgt von Ausschreibungen für die Bau- und Pflanzarbeiten.Nicht zuletzt gehört zu einem solchen Großereignis wie die Gartenschau eine langfristige Vermarktung, das Planen und Umsetzten des Event- und Veranstaltungsprogramms sowie die Beteiligung der Stadt und der Region am Veranstaltungsprogramm.

Hier können Sie die Wettbewerbsdokumentation zur LGS Gießen einsehen:

 

Wieso gibt es in Gießen zwei verantwortliche Ansprechpartner?

Die Landesgartenschau wird als ein ganzheitliches Projekt begriffen, welches von verschiedenen Akteuren in enger Abstimmung durchgeführt wird. Während der Bereich der Wieseckaue den Verantwortungsbereich der Landesgartenschau Gießen 2014 GmbH (LGS GmbH) bildet, übernimmt die Stadt an der Lahn und in den Korridoren die Verantwortung. Hier arbeitet die städtische Stabsstelle "Büro Landesgartenschau" mit den städtischen Ämtern gemeinsam an der städtebaulichen Aufwertung, die auch über das Jahr 2014 hinausgehen wird.

 
 

Was passiert eigentlich nach einer Landesgartenschau?

Die Planung bis zur Durchführung einer Landesgartenschau erstreckt sich etwa über acht Jahre, davon wird im günstigsten Fall etwa drei bis vier Jahre lang gebaut. Nach der feierlichen Einweihung wird die Landesgartenschau für ca. ein halbes Jahr zu einem Besuchermagneten weit über die Region hinaus.
Doch was passiert nach einer Landesgartenschau?

Ziel einer jeden Landesgartenschau ist es die Strukturprobleme einer Kommune nachhaltig zu verbessern. Die neugestalteten Flächen sollen nach dem Event der Bevölkerung wieder frei zugänglich gemacht werden. Die Verantwortlichen sind bemüht den kostenfreien Zugang so schnell als möglich zu gewähren, doch nach einer halbjährigen Großveranstaltung stehen auch immer noch Rückbaumaßnahmen an. Diese Rückbaumaßnahmen betreffen lediglich die temporären Schaubeiträge, den Zaun sowie die für das Event benötigten Gebäudehüllen und die Bühne. Ziel ist es, dass das Gelände zum Ende des Jahres in allen Bereichen wieder frei zugänglich ist.

 

Was hat die Stadt langfristig von einer Landesgartenschau?

Provokant könnte man fragen: "Haben Städte eigentlich Zukunft?" Gibt es nicht durch Internet und Co. eine "neue Ortslosigkeit"? Landesgartenschauen sind ein Instrument um die Perspektiven für die Stadt von morgen zu verbessern. Städte stehen immer mehr in Konkurrenz zueinander, insofern ist es wichtig, die wirtschaftliche, soziale und ökologische Zukunft von Städten langfristig zu planen. Der Standort Gießen zeichnet sich durch eine erhebliche Wirtschaftsdynamik aus, das Kultur- und Bildungsangebot sind vielfältig und die Paarung aus urbaner Atmosphäre und Einbindung in die herrliche Landschaft ist ein großes Plus.

"Grün" und die damit verbundenen verbesserte Lebensqualität als Standortfaktor zu betrachten ist für Kommunen ganz wesentlich. Wie eng dies mit dem ökonomischen Erfolg einer Kommune verknüpft ist, zeigen nicht nur die Ergebnisse von Wirtschaftrankings deutscher Städte. Die Entwicklung dieser weichen Standortfaktoren wird immer wichtiger. In einer kreativen, zukunftsgerichteten Stadt müssen Toleranz, Technologie und Talente anzutreffen sein.

Darüber hinaus gewinnt das Thema generationenübergreifende Nachbarschaft von Jung und Alt in der stadtentwicklungspolitischen Praxis und im Alltag vieler Menschen zunehmend an Bedeutung, auch im Hinblick auf die Entwicklung von bestehenden öffentlichen Freiräumen, ebenso wie für Neuanlagen. Die demografische Entwicklung, insbesondere im Siedlungsgrün und bei öffentlichen Parks muss zu einer Neubewertung der planerischen und gestalterischen Anforderungen führen, die sich nicht auf Barriere- und Stolperfreiheit oder Rampen anstelle von Treppen beschränken dürfen.

Nicht zuletzt kommt das Bestreben aller Menschen, möglichst alt zu werden und bis ans Lebensende selbständig zu bleiben zum Tragen. Dies setzt insbesondere mit zunehmendem Alter eine aktive Freizeitgestaltung mit Bewegungstraining voraus. Dazu muss es möglich sein, das Wohnumfeld als integralen Bestandteil des Alltags überhaupt nutzen zu können.

 

Haben Grünflächen eine ökonomische Funktion?

Untersuchungen zu Stadt-Umland-Wanderungen sprechen ein deutliche Sprache: Bei den auslösenden Gründen Wegzuziehen, finden sich "fehlender Garten", "zu wenig Grün" und "unattraktive landschaftliche Umgebung" noch vor Gründen wie "Unangenehmes soziales Umfeld" oder "schlechter Gebäudezustand".

Nachgewiesenermaßen wirken sich qualitativ ansprechende Grünanlagen nicht nur wertsteigernd auf die angrenzenden Baugrundstücke aus, sondern tragen im erheblichen Maße zur Zufriedenheit der Mieter angrenzender Wohnquartiere und damit zur Dauer der Mietverhältnisse bei.

Daraus ergeben sich für die zukünftige Freiraumpolitik der Städte zweifellos neue Impulse. Stadtquartiere könnten durch neue Grünflächen nicht nur hinsichtlich ihrer Lebensqualität verbessert werden, sondern auch hinsichtlich ihrer ökonomischen Bedeutung.

Eine Vernachlässigung öffentlicher und privater Frei- und Grünflächen würde den Schrumpfungsprozess vieler Städte und Stadtteile und daraus resultierenden Abwertungen beschleunigen.

 

Heißt zugänglich sein, nicht auch "Willkommen heißen"?

Die Themen Zugänglichkeit und Erreichbarkeit sind für nahezu alle öffentlichen Grünanlagen bedeutend. Die Freiräume müssen funktional mit den Stadtquartieren vernetzt werden und sollten allen Stadtbewohnern frei zugänglich sein. Einladende Zugänge zu den öffentlichen Freiräumen sind dabei von besonderem Wert. Sie fördern Begegnung und spontane Besuche unabhängig von sonstigen Angeboten.

Zusätzlich schaffen die geplanten Neugestaltungen einen Mehrwert in Bezug auf die Ästhetik und Raumwirkung sowie die Benutzbarkeit durch Sitzmöglichkeiten und vielfältig nutzbare Beläge. All dies kann Brücken zwischen den unterschiedlichen Nutzergruppen bauen. Ein Nebeneinander von unterschiedlichen Aktivitäten muss im öffentlichen Freiraum möglich sein. Hier wird ein Mehrwert für die Allgemeinheit geschaffen und trägt darüber hinaus zur Identitätsstärkung bei.

 
 
 

Die Dimension der Gartenkunst

Freiräume: Funktion, Akzeptans und Entwicklungsmöglichkeiten

Die räumliche Dimension von Gartenschauen, die Entstehung dauerhafter Grünanlagen sind Werke von Gartenkunst und Baukultur. Sie stehen direkt im Kontext der Entwicklung der Gartenkunst als eigenständige Disziplin.

Die Geschichte der Gartenkunst, die annähernd drei Jahrtausende umfasst, ist kein geschlossenes Ganzes, sondern besteht in einer endlosen Zahl von Einzelgeschichten - nämlich so vielen, wie es Gärtner gab. Gärtnern war nicht bloß das Sammeln nützlicher oder auch schöner Pflanzen, sondern wurde zu einer eigenen Kunstgattung.

Jede Zeit und Kultur hatte ihre eigenen Beweggründe für die Gartengestaltung. Aber was ist eigentlich ein Garten? Der Begriff geht auf Wörter anderer indogermanischer Sprachen zurück, die alle "eingehegter Platz" bedeuten. Ein Garten als Ort für den Pflanzenbau braucht Wasser, Erdreich, Wärme und Licht sowie den Gärtner, der die Mühe auf sich nehmen möchte. Es kommt noch eine weitere Komponente hinzu: die Wahl und die Gestaltung der Anlage aus Gründen der Ästhetik.

 

Heute und Morgen - eine Welt der Chancen

Die Vorstellung vom "idealen" Garten, davon, wie sich Natur und Kultur sich zueinander verhalten und aufeinander einwirken, ist in der Geschichte immer präsent gewesen.

Ursprünglich war der Garten Oase, Zuflucht vor der Bedrohung durch die Natur oder durch Räuber. Im Laufe der Jahrhunderte gestalteten Fürsten zum höheren Ruhme ihrer Herrschaft grandiose Parkanlagen. In der Renaissance begannen die Architekten mit dem Raum zu spielen und schufen auf der Basis ihrer Kenntnis optischer Gesetze Gärten, die ihren intellektuellen Ansprüchen genügten - Natur unter dem Diktat der Geometrie und Regelmäßigkeit. Im 18. Jh. kam es zu einer theoretischen Verschränkung von Garten und Natur: Die Gärten simulierten den Naturzustand und unterwarfen in Wahrheit die Natur nicht weniger einer Strukturierung als die formenstrengen Anlagen früherer Zeiten. Diese "Naturlandschaften" waren die Vorläufer der heutigen öffentlichen Parks.

Heute besitzen Landschaften und Gärten viele verschieden öffentliche und private Funktionen. Der moderne Entwurf bewegt sich zwischen zwei Extremen: zwischen den Projekten im öffentlichen Bereich und den kleineren Anlagen, die im Privatbereich realisierbar sind.

Im letzten halben Jahrhundert hat sich vieles verändert. Landschaftsplaner und -architekten haben im öffentlichen Bereich neben der Berücksichtigung wichtiger ökologischer Faktoren wie Bodenbeschaffenheit, Geologie und Wassermanagement heute auch soziale Belange zu berücksichtigen.

 

Gartenschau als Prozess

Gartenkunst unterscheidet sich aufgrund des Zeitfaktors sehr von anderen Disziplinen. Der Landschaftsarchitekt sieht sein "Produkt" zukünftiger Entwicklung unterworfen. Gartenbau ist eher ein Prozess als ein Produkt. Die vierdimensionale Qualität des Gartens, die Entwicklung, Veränderung und Wachstum einschließt, ebenso wie die Änderung der Nutzungsansprüche, bringt eine Dynamik in die Sache, die dem Umgang z.B. in der Architektur unbekannt bleibt. Gärten entwickeln sich dabei aber unterschiedlich schnell. Im Laufe der Zeit haben wir gelernt, wie man die Natur achten und bewahren kann, wie man mit Bedacht Gärtnern kann, ohne zugleich die Gartengestaltung als Kunst zu opfern.

Gartenschauen müssen, wie wohl kaum ein anderes Instrument der städtebaulichen Entwicklung eine Vielzahl von Belangen berücksichtigen und an kein anderes Instrument sind so viele Erwartungshaltungen geknüpft, wie an Gartenschauen. Dem wollen Planer gerecht werden und immer wieder aufs Neue die bislang positive Bilanz in der Umsetzung der raumplanerischen Ziele auch in der eigenen Stadt zu einer hohen Akzeptanz verhelfen.

Die Entwicklung geht weiter, denn wie der Garten selbst sind auch Gartenschauen kein Produkt sondern ein Prozess.
Ein Prozess der nicht nur die Belange von Pflanzen berücksichtigt, sondern vor allem seine Nutzer.