14.02.2012

Neues Dialog-Portal zur Landesgartenschau

Die geplante Landesgartenschau 2014 in Gießen bewegt viele Menschen. In den vergangenen Wochen wurde auf den Straßen und Plätzen der Stadt in der Vorbereitung des Bürgerbegehrens intensiv und auch kontrovers diskutiert. Und vielfach auch – mangels Informationen –vieles vermutet oder gemutmaßt.

Viele Fragen, viele Sorgen und Bedenken konnten in dieser Zeit leider nicht beantwortet, nicht ausgeräumt werden. Diesen Mangel möchte die Stadt Gießen zusammen mit der Landesgartenschau GmbH beheben.

Magistrat und LGS bieten dafür nun eine neue Form des Dialoges an. In einem Online-Portal unter der Internetadresse www.giessen-direkt.de oder über Zugänge der Portale giessen.de und landesgartenschaugiessen.de finden Bürgerinnen und Bürger vier Wochen lang (vom 14.2. bis 14.3.2012) eine bequeme und 24-Stunden-offene-Tür, Fragen zur Landesgartenschau zu stellen, über die Fragen und Antworten zu diskutieren und die Wichtigkeit der Themen zu bewerten.

Bürger, die über keinen Zugang zum Internet verfügen, haben die Möglichkeit, ihre Fragen auch schriftlich bei der Stadt einzureichen. Eine Postkarte, die ausliegt und verteilt wird, macht auf das Angebot aufmerksam und kann auch dafür genutzt werden, Fragen zur LGS in Schriftform zu stellen. Das Portal schafft damit einen niedrigschwelligen Zugang zum Thema.

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz sagte zu diesem Ziel: "Wir möchten, dass Gießen nicht weiter nebeneinander, nicht gegeneinander, sondern wieder miteinander diskutiert." Das Online-Portal komme den Bedürfnissen der Menschen näher, die sich weniger an Podiumsdiskussionen oder Bürgerversammlung beteiligen und dennoch Fragen haben und sich ihre Meinung bilden wollen. Für die Stadt sei dieses Projekt ein Auftakt auch zu einer anderen Form der Bürgeransprache und -beteiligung. "Aus den Erfahrungen der letzten Wochen, der Zeit der Unterschriftensammlung für das Bürgerbegehren, haben wir gelernt, dass viele Menschen die vielen angebotenen Formen der Bürgerbeteiligung nicht wahrgenommen haben, sich aber jetzt dennoch sehr interessiert in die Diskussion einbringen. Für unsere Stadtgesellschaft sind diese Stimmen sehr wichtig. Auch wenn wir das Bürgerbegehren aus rechtlichen Gründen ablehnen mussten, wollen wir mit diesem Angebot ein Zeichen setzen, dass wir damit nicht die Skepsis, Sorge oder die kritische Auseinandersetzung der Bürgerschaft mit unseren Planungen ablehnen. Ganz im Gegenteil: Wir stellen uns den Fragen der Bürgerinnen und Bürger. Und wir werden Antworten geben - offen, ehrlich und transparent für jedermann."

Für die Landesgartenschau GmbH und das Büro Landesgartenschau innerhalb der Stadtverwaltung, die bereits viele Formen der Bürgerbeteiligung und auch der Bürgeransprache im Vorfeld der Planungen zur Landesgartenschau durchgeführt haben und weiterhin planen, ist diese neue Form eine ideale Ergänzung der bestehenden Angebote.

Bürgermeisterin und LGS-Aufsichtsratsvorsitzende Gerda Weigel-Greilich betonte: "Für den Erfolg dieser Landesgartenschau ist es wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger wissen, welche Chancen und welche Risiken sich für Gießen daraus ergeben. Ich hoffe, dass diese neue Form des direkten Gespräches eifrig genutzt wird und dazu beitragen kann, Ängsten und Befürchtungen mit Argumenten zu begegnen."

Die Erfahrungen aus diesem Online-Dialog, mit dem die Stadt Neuland in der Bürgeransprache und -beteiligung betritt, sollen auch dazu dienen, über weitere Nutzungen von Internet-gestützten Informations-, Dialog- und Beteiligungsverfahren zu beraten. Denn im Web 2.0-Zeitalter seien Bürgerversammlungen zwar nicht überflüssig. Aber zumindest ergänzungsfähig, so der Magistrat.

OB Grabe-Bolz: "Wir beobachten, dass gerade auch in sozialen Netzwerken viel über Politik geredet wird. Es wird aber Zeit, dass nicht nur über uns, sondern mit uns diskutiert wird. Dazu müssen wir insgesamt die Grundlagen schaffen. Das Dialog-Portal ist ein Anfang."

Quelle: Stadt Gießen